Andere Meinungen? Auch ok?

Wie lebe ich das Miteinander in Unternehmen? Wie gehe ich mit anderen Meinungen um?

Wenn Ihre Kollegin bzw. Ihr Kollege sehr ähnlich tickt wie Sie, verstehen sie sich meist sehr gut und es gibt wenige Reibungspunkte.
Wenn Ihre Kollegin bzw. Ihr Kollege allerdings unterschiedliche Sichtweisen, Interessen, Einstellungen und anders gelagerte Überzeugungen besitzt, dann verstehen Sie sich meist nicht sonderlich gut und „die Chemie passt nicht“. Ihr zwischenmenschliches Miteinander könnte besser sein, denn Sie rasseln schneller mal aneinander.

Wir können nicht immer davon ausgehen, dass andere ebenso denken wie wir. Dementsprechend ist es heutzutage mehr denn je einer der Kernkompetenzen schlechthin, wie wir mit anderen Meinungen, uns fremden Überzeugungen, Denkweisen und Andersartigkeiten umgehen.
Wie verhalten Sie sich, wenn Ihre Idee bzw. Ihr Gedanke, den Sie Ihrem Gegenüber erläutern, nicht auf sofortige Zustimmung stößt? Bleiben Sie gelassen und legen Ihre Sichtweise ruhig da, ohne den anderen missionieren zu wollen? Oder passiert es Ihnen auch häufiger, dass Sie ungeduldig werden den anderen versuchen zu überreden und denken „er muss es doch verstehen – so schwierig ist es doch nicht.“?

Einwände in der Kommunikation sind ganz normal und kein Indiz dafür, dass das Gespräch in eine falsche Richtung läuft. Es ist legitim, dass unser Gegenüber eine andere Meinung hat als wir selbst. Andere Sichtweisen gilt es zu respektieren. Zumindest dann, wenn Sie als Mitarbeiter oder gar Führungskraft eine Karriere anstreben und ein respektierter Kollege bzw. Chef sein wollen. Denn nur, wenn Sie andere respektieren, werden Sie respektiert.
Wenn Ihr Gegenüber das Gefühl hat, dass Sie ihn und seine Bedenken nicht ernst nehmen, nützen Ihnen die ausgefeiltesten Argumentationstechniken reichlich wenig. Zeigen Sie möglich jederzeit Verständnis – oder zumindest Neugierde und Interesse, die Sichtweise Ihres Gegenübers verstehen zu wollen. Hüten Sie sich davor, vorschnell eine Kontraposition einzunehmen. Denn dann wird Ihr Gesprächspartner sehr wahrscheinlich seinen eigenen Standpunkt heftig verteidigen. Was nützt es Ihnen, wenn Sie siegreich aus einer Diskussion gehen, doch die Kooperationsbereitschaft oder gar den Respekt eines Mitarbeiters verloren haben?

Die Lösung: Sehen Sie einen Einwand als etwas Positives. Wenn Ihr Gegenüber keinerlei Rückfragen stellt, liegt der Verdacht nahe, dass er am Thema nicht wirklich interessiert ist oder er der Meinung ist, dass der von Ihnen angesprochene Punkt nicht relevant für ihn ist. Warum soll er sich die Mühe machen, Zwischenfragen zu stellen? Ein Einwand zeigt also erst einmal ein positives Interesse an Ihrem Thema. Häufig ist es mit Einwänden so, dass Ihr Gegenüber von einer Unsicherheit befreit werden will. Also vergessen Sie nicht: Kritische Fragen kommen nur, wenn Ihr Gesprächspartner auch interessiert ist.

 

…siehe auch Teil 2